BESCHREIBUNG

Giacomo Puccini:  Messa di Gloria


Die Messe von 1880 markiert das Ende von Puccinis Lehrzeit in seiner Heimatstadt Lucca. Nach einer hochgelobten Aufführung am 12. Juli 1880 wurde das Werk allerdings nie wieder gespielt. Ob dies Zufall war, oder ob Puccini das Jugendwerk eher verstecken wollte, oder ob gar - wie manche Biographen meinen - die katholische Kirche dahintersteckt, der die Messe zu weltlich war, lässt sich nicht sicher beantworten. Erst 1950 wurde das Stück durch den amerikanischen Priester Dante del Fiorentino wieder ans Licht gebracht, der es bei Forschungsarbeiten zu einer Biographie entdeckte. Er gab ihm den Titel "Messa di Gloria" und veröffentlichte es.
Die Meinung der Biographen zur Messe ist eher zurückhaltend; vom vernichtenden Urteil "Konfektionsware, wie sie in Italien und anderswo massenhaft produziert wurde" bis zu "allein die Messa weist von den Frühwerken auf das kommende Genie hin" geht die Spannbreite. Eine Meinung, die sich nicht mit dem heutigen Empfinden deckt. Über zehn verschiedene, aktuell erhältliche CD-Einspielungen und etliche Aufführungen bescheinigen dem Werk eine große Beliebtheit.
"Keineswegs vermittelt die Messe den Eindruck jugendlicher Spontaneität und Frische - kaum eine Stelle, an der sich bereits an den späteren Puccini denken ließe." (D. Schickling).
"Das Werk strotzt vor frischer, jugendlicher Spontaneität der Erfindung und bietet ein gutes Bild von Puccinis Begabung und Rang als Kirchenkomponist." (M. Carner)
Das Credo der Messe wurde schon 1878 aufgeführt, die anderen Sätze scheinen neu komponiert worden zu sein, auch wenn manche Biographen eine ältere Motette im Kyrie entdecken wollen. Glaubhaft scheint allerdings die Vermutung zu sein, dass Puccini in Zeitnot geriet, da der Aufführungstermin zum Fest des Heiligen Paolino feststand. So könnte sich die Kürze des "Sanctus" erklären lassen. In diesem Zusammenhang ist es auch möglich, dass das stilistisch abweichende "Agnus" auf eine ältere Komposition zurückgeht.
Das "Kyrie" verwendet Puccini später im "Edgar", das "Agnus" erklingt als Tanz-Madrigal im zweiten Akt von "Manon Lescaut".
Die heute erklingende Fassung für Kammerorchester versucht, die "Messa di Gloria" für "kleinere Verhältnisse" aufführbar zu machen. Es wurde versucht, die große sinfonische Orchesterbesetzung, die ja auch einen entsprechend großen Chor (und viel Geld) erfordert, ohne allzu starken Eingriff in das originale Klangbild auf ein Kammerorchester zu übertragen. Aus 17 Bläsern wurden 7 und entsprechend konnte auch die Anzahl der Streicher reduziert werden, so dass statt eines Orchesters mit 50 Personen nun weniger als die Hälfte für eine Aufführung ausreicht.

Quelle: emaus.de

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